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Leserbrief zu "Eichen gegen Mottennester eingesprüht" vom 15.10.2020

Das ist ja wie die Pro-Forma-und-Rundum-Gabe von Antibiotika in der Massentierhaltung, wenn man im Vorfeld ohne konkreten Anlass schon mal tonnenweise Biozide auf alle Eichen spritzt, um bloß keine eventuellen Eichenprozessionsspinner-Nester zu riskieren! Dafür hat der Landesbetrieb Straßen.NRW extra neue Turbinenspritzen eingesetzt und allein am Niederrhein 17.000 Eichen "behandelt"; mit solchen Spritzen kann man sicher sehr vorsichtig, selektiv und rücksichtsvoll vorgehen, klasse! Ist ja auch viel einfacher und bequemer, als - wie Umweltverbände es für richtig halten - das Absaugen der Nester und Einsammeln der Raupen bei konkret vorliegendem Befall, um Hautreizungen und Atembeschwerden bei Menschen durch die Brennhaare der im Frühjahr schlüpfenden Raupen zu verhindern. Leider tötet das Mittel auch andere Falter und Schmetterlinge sowie sicher andere Arten - macht ja nichts, ein bißchen Schwund ist immer, und wir haben ja gar kein Problem mit Insektensterben allgemein! Dieses Jahr habe ich besonders wenig Schmetterlinge gesehen - ein Zusammenhang? Im Übrigen wüßte ich nicht, dass entlang der Landesstraßen und besonders Autobahnen sich die bevorzugten Wander- und Spazierwege der Bevölkerung befinden, auch deshalb habe ich null Verständnis für das Vorgehen von Straßen.NRW, das nach eigener Aussage - der Stadtanzeiger berichtete darüber dieses Jahr mehrfach - eigentlich mehr für den Insekten- und Artenschutz tun wolle. Aber Gutsherren haben sich noch nie nach Anderen gerichtet.

Martina Frimmersdorf