Eine dringend notwendige Klarstellung zum Artikel im KSTA
"Ein Meilenstein der Umweltpolitik"in der Ausgabe des Leverkusener Anzeigers vom 15.8.2020

Betreff: „Ein Meilenstein der Umweltpolitik“ von Agatha Mazur in der Ausgabe des Leverkusener Anzeigers vom 15.8.2020

 

Eine Klarstellung!

 

Wie war das nun wirklich in den Siebzigern? War die Wahl eines grünen Bürgermeisters 1984 in der Zusammenarbeit mit der SPD der „MEILENSTEIN“ der Leverkusener Umweltpolitik?  Keineswegs!

 

 Die Gründung der  „Alternativen Liste Leverkusen“ im Mai 1979  war Aufbruch und Signal zu  einer längst überfälligen ökologischen, aber auch kulturpolitischen Debatte in Leverkusen: 25 Bürgerinitiativen trafen sich zunächst im Saal der Evangelischen Kirche am Wiesdorfer Marktplatz und beschlossen die Gründung einer gemeinsamen Alternativen Liste!

 

 In zwei Tagen entstand im damaligen IB-Club in Wiesdorf mit an die 100 Teilnehmer(inne)n ein erstes Wahlprogramm. Es gab damals das hochaktive „Wohnliches Wiesdorf“, Initiativen gegen die A 59 durch Wiesdorf, die A 43 durch das Eifgental und den Dünnwald, gegen die K2N durch das Wiehmbachtal. Leverkusener Künstler, Kabarettisten und Musiker, darunter Harry Plein, Wilfried Schmickler, Johannes Boddenberg und viele andere waren dabei, dazu die Öko-, Frauen- und Friedensbewegung , „Pro Pänz“,   die „ Eine Welt Laden Initiative“, die Jugendhauskampagne in den Kämpen, die damals schon gegen die Geheimhaltung der Giftmülldeponie protestierte und viele andere  mehr. Das waren die entscheidenden umwelt- und kulturpolitischen Bewegungen der 70iger, die eigentlich zu dieser Recherche gehört hätten.  Sie führten zum Erfolg der AGL, die 1979 mit drei Leuten (Klaus Wolf, Brigitte von Bonin und Dr. Rainer Welte) in den Rat der Stadt einzog! Als aus der AGL die Grünen wurden, spätestens aber nach dem Zusammengehen mit der SPD 1984 begann der Anpassungsprozess, denn ohne schmerzhafte Konzessionen ging natürlich nichts…  Jetzt im Jahre 2020 im Vorfeld der Kommunalwahl setzen die GRÜNEN in Leverkusen wieder auf die CDU, mit der sie schon fünf Jahre bis zur Unkenntlichkeit verbandelt sind. Das heißt:  Wer Roswitha Arnold wählt, wählt  eigentlich die CDU und Frank Schönberger !

 

Der „Meilenstein der Umweltpolitik“ ist leider schon lange zu Schotter geworden…

 

Brigitte von Bonin