Betreff: Leserbrief zu "Ein zäher Kompromiss" vom 19. Juni 2020

 

Der Radweg am Mühlengraben - im Landschaftsschutzgebiet gelegen und "überwiegend von Spaziergängern, Joggern und Radfahrern" benutzt - wird nun also doch keine "Asphaltpiste", sondern bekommt laut Beschluss der Bezirksvertretung II eine wassergebundene Deckschicht. Gut. Worüber ich beim Lesen aber gestolpert bin, ist der Hinweis, dass die Stadtverwaltung für eine "höhere Stabilität" den Gesteinskörnern beim Wegebau Polymere beimischen will. Näher definiert wird das nicht. Wozu Polymere? Wird dieser Weg auch von schweren Fahrzeugen befahren (z. B. des Fachbereichs Stadtgrün), wie das beispielsweise beim Bürgerpark Alkenrath der Fall ist, der nun trotz Lage im Landschaftsschutzgebiet größtenteils über einen breiten asphaltierten Weg verfügt?

Polymere kann man im weitesten Sinne als "Plastik" oder "Kunststoff" bezeichnen; Biopolymere werden nicht gemeint sein, denn die sind biologisch hergestellt und/oder biologisch abbaubar. Da Plastik (und Mikroplastik) seit einiger Zeit eines der größten und meist diskutierten Umweltprobleme darstellt, finde ich das Ausbringen ins Freie grundsätzlich "schwierig", in ein Landschaftsschutz- oder Naturschutzgebiet - Gewässernähe! - geradezu gruselig. Hat aus der Politik Niemand nachgefragt? Bei der Recherche findet man schnell Sachen wie: "Aufgrund der chemischen Reaktionsgleichung wird deutlich, dass beim Erhärtungsprozess durch die

Sauerstoffoxidation Aldehyde freiwerden, die an die Umgebungsluft abgegeben werden (aus "Einsatz von polymeren Bindemitteln im bautechnischen Bereich" von Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Leimer)." Oder: "Während natürliche Polymere zu großen Teilen unser Leben bereichern, haben ihre synthetischen Pendants in der Umwelt nicht nur unterstützende Funktion, sondern richten oftmals mehr Schaden als Nutzen an (aus "Ursprung und Auswirkungen synthetischer Polymere in der Umwelt", GIT-Labor, 21.08.2018)."

Ich habe sogar herausgefunden, dass es "Polymerbitumen" gibt! Was also soll uns bzw. der Umwelt an dieser Stelle "untergejubelt" werden?

 

 Martina Frimmersdorf