1. Ein einziger Mähvorgang ist noch kein Skandal, aber die Gesamtheit schon. Zurzeit wird wirklich überall gemäht, d.h. Insektennahrung ist von jetzt auf gleich überall gleichzeitig futsch. Wenn so ein solitäres Wildbienchen verhungert, hört man es leider nicht. Die kurzgemähten Flächen vertrocknen auch viel "schöner"......

 

2. Selbst die Wiesen, auf denen Heu gemacht wird (was durch das schonende Mähen, den Abtransport des Mäh-Gutes und die Nutzung als Heu erfreulich ist), wurden, wie man auf dem Weg nach Leichlingen, aber auch in Fettehenne gesehen hat, schon in den letzten Tagen gemäht; voriges Jahr fand das auf der Fettehenner Wiese am 25. Juli statt! Falls in den Wiesen noch Wildblumen waren, konnten sie nicht mehr aussamen.

 

3. Menschen müssen nicht JEDE Wiese nutzen, hier kann man gezielt die eine oder andere Wiese für die Nutzung ausweisen.

 

4. Beim "normalen" Mähen und besonders beim Mähen/Mulchen mit einem Schlegelmäher werden keine Nährstoffe (bes. Stickstoff=N) ENTzogen, sondern IMMER WIEDER eingetragen! Bei Lang-Gras, das gemäht wird und üblicherweise liegenbleibt, wird der Boden durch das Mäh-Gut auch noch viel zu dicht abgedeckt, er "erstickt" fast. Das alles ist der Grund (in der Landwirtschaft auf den Wiesen noch Gülle), warum es bis auf klägliche Reste KEINE Wildblumen in den Wiesen mehr gibt. Heutzutage muss man schon über jede Löwenzahnwiese froh sein!

 

5. Zum Thema Artenreichtum
Wir haben Kontakt mit einem Experten/Biologen aus Köln, der uns vor einiger Zeit zu der von uns in Leverkusen aufgeworfenen Frage, ob es bei uns in Leverkusen überhaupt noch EINE intakte (natürliche) Wildblumenwiese gibt, antwortete, für ganz Köln müsse er diese Frage wohl auch verneinen. Ist das nicht traurig? Von der Leverkusener Verwaltung bekamen wir dazu übrigens keine Antwort, wäre ja auch zu peinlich. Selbst die extra angelegten Flächen lassen ja häufig zu wünschen übrig, und nach großer Ankündigung in der Presse bei der Anlage derselben hört man später nichts mehr davon.

 

6. Welche Pflanzen-/ Tiergesellschaften sollen denn bei diesem ständigen "Tot-Mähen" unserer Grünstreifen und -flächen (die Blühstreifen und -flächen sein könnten!) folgen??!!

 

7. Das dauernde, exzessive Mähen überall ist eine Erkrankung der Industrieländer - völlig durchökonomisiert! Auch der übertriebene Ordnungs- und Sauberkeitswahn, der sich auch noch und immer schlimmer (Krönung: Plastikfolien und Schotterhalden im Garten!) auf die Außenbereiche überträgt, ist eine Krankheit!

 All das muss AUFHÖREN!

 

8. Insekten- und Artenschutz ist zumindest in heutiger Zeit wichtiger als irgendwelche Abstände zu Radfahrern.

 

"Leverkusen blüht auf" muss von ALLEN mit Leben gefüllt werden!