Berichte im Leverkusener Anzeiger

  • Feinstaubmessung und Feinstaubbelasung Leverkusen
    Wie wahr! Da liegt ein Spielplatz in Schlebusch an einer Grundschule unmittelbar an der B51, und dort fährt der Autobahnumgehungsverkehr mit zahllosen Schwerlastern wie auch der gesamte Berufsverkehr in etwa zwei Metern Abstand vorbei. Luftpartikelmessung? Fehlanzeige! Und so könnte man die Liste beliebig weiterführen. Es wird verdammt nochmal Zeit, endlich die Augen aufzumachen und sich einzumischen!
"Der Schlosspark bleibt wild" Das läßt uns hoffen. Wir schauen genau hin!

Der Frage, wie es weitergehen sollte mit unserem Museum für zeitgenössische Kunst im Schloss Morsbroich sind wir nun einen wichtigen Schritt nähergekommen:

Das Berliner Architekturbüro Pola "Poetische Landschaften" hat den ersten Preis für sein Schlossparkkonzept erhalten. Der Landschaftsarchitekt Jörg Michel hat behutsam und mit viel Respekt vor der gewachsenen Baumkulisse einen Park entworfen, der bei nur kleinen Eingriffen in vorhandene Strukturen, mit kleinen Ruhezonen und akzentuierten Standorten für Skulpturen und dem erklärten Schutz der Graureiherkolonie viel Harmonie ausstrahlt .

Nun allerdings tut sich die brennende Frage nach dem inhaltlichen Konzept des Museums Morsbroich auf, das dem zukünftigen Museumsleiter(in), den ein Headhunter bis spätestens Herbst dieses Jahres finden soll, den Handlungs-rahmen vorgibt.

Aus jahrelanger Erfahrung wissen wir, dass das Verständnis und das Interesse an zeitgenössischer Kunstpräsentation bei der Bevölkerung in Leverkusen an Grenzen stoßen, die immer wieder die Frage nach der Daseinsberechtigung des Museums aufwirft. Abgesehen von den Bereitstellungskosten, die die Stadt zur Verfügung stellt (Betrieb, Personal), fließt seit Jahren kaum ein Cent aus Steuergeldern in die tatsächliche Museumsarbeit, geschweige denn den Ankauf von Kunst. Ganz anders gewichtet wird allerdings der überregionale Ruf und die Bedeutung von Morsbroich (Museum des Jahres 2017) außerhalb der Stadtgrenzen!

Was fehlt also, um unser Museum besser und nachhaltig in das städtische Kulturleben zu integrieren? Dank einiger wichtiger Sponsoren in der Stadt wird derzeit nicht viel mehr als ein minimaler Betrieb aufrechterhalten.

Ist diese Situation attraktiv für eine neue Leiterpersönlichkeit?

 Das Museum muss ein vielfältiges Programm bieten, dass vielerlei Aspekte zeitgenössischen Kulturgeschehens anbietet, wie es der legendäre Udo Kultermann (1959-64) überaus erfolgreich praktizierte: Ein" Konzept der Grenzüberschreitung", verband die Bildende Kunst mit Architektur, Film und angewandter Kunst und Wissenschaft.

Nur so wird ein gesellschaftlicher Diskurs wieder möglich, der Menschen unterschiedlicher Herkunft, Bildung und Interessenausrichtung zusammenführt und in ihrer Begegnung bereichert. Das Museum Morsbroich ist ein Kleinod, das mit allen Mitteln zu fördern gilt. Es ist sicher ein fataler Irrtum zu glauben, eine digitalisierte Welt auch der Kunstvermittlung ersetze die persönliche Begegnung, das Gespräch jenseits eines zunehmend oberflächlichen Abgleichs von Meinungen. Sponsoren können niemals ein gemeinschaftliches politisches Engagement ersetzen, und unsere politische Führung wäre gut beraten, wenn sie alle Anstrengungen unternähme, um Kunst und Kultur wieder zu der Bedeutung zu verhelfen, die sie verdienen und die wir alle als Lebensmittel dringend brauchen.

Brigitte von Bonin