Ausweisung von Wohnbebauungsflächen in Leverkusen

Der folgende Artikel mit Foto ist aus der Rheinischen Post entnommen.

Leverkusen In Leverkusen steigt der Bedarf an Wohnungen deutlich an. Bis 2035 prognostiziert ein von der Stadt beauftragtes Gutachterbüro einen Neubaubedarf von mindestens 10.300 Wohnungen. Damit müssten pro Jahr rund 520 Wohnungen gebaut werden.

 

Von Ulrich Schütz

 

 

Dies geht aus dem städtischen Beratungspapier „Wohnungsprogramm 2030+“ hervor, der nun im Bauausschuss diskutiert wurde. Die Experten teilen den Neubaubedarf so auf: 170 Wohnungen im Einfamilien- und Zweifamilienhaussegment, 350 Wohneinheiten im Mehrfamilienhaussegment. Gebraucht werden dafür Wohnbauflächen von 174 bis 251 Hektar. Die Voraussagen basieren auf einer Bevölkerungszahl von 179.000 bis 189.000 Einwohner in 2035 (+ 14 Prozent gegenüber 2016). In den nächsten 15 Jahren werde speziell die Zahl der Einpersonenhaushalte zunehmen.

 

Die Zahlen der „F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt“ dokumentieren die Grundlage für eine wohl sehr emotionale Diskussion in Politik und Bürgerschaft zur Frage, wie sich das geforderte Bauland finden lässt. Manfred Neuhöfer und Kollegen von F+B empfehlen, früh die Bevölkerung in die Entscheidungen einzubinden, um eine hohe Akzeptanz zu bekommen. Das vorgelegte Gutachten sei erst der Beginn der Entwicklung. Reagiere Leverkusen nicht auf die Wohnungsnachfrage, würden die Mieten und Immobilienpreise stark anziehen. Und: „Mit einem Flächenangebot von 20 Hektar Baulücken, 109 Hektar Wohnbauflächen (in bislang unbebautem Gebiet) und 54 Hektar Potenzialflächen… könnte in der Status-quo-Variante der Bedarf von 174 Hektar an Wohnbauflächen gedeckt werden.“ Allein auf die „Nachverdichtung“ in bestehenden Siedlungen zu setzen, sei nicht zielführend. In Leverkusen gebe es zwar 634 Baulücken (ca. 40 Hektar, „fast vollständig in privater Hand“, sagt die Stadt). Es sei aber davon auszugehen, dass höchstens die Hälfte baulich genutzt werden könne.

 

Im Ausschuss zeigten die Politiker Scheu, sich mit einzelnen neuen Bauflächen zu befassen. Paul Hebbel (CDU) fasste treffend zusammen: „Die einen Bürger werden uns loben, wenn wir das Bauen (vor ihrer Türe) verhindern. Die anderen werden uns dafür hassen, dass sie keine bezahlbaren Wohnungen finden.“