Für alle, die den Leserbrief über den Link zum Leverkusener Anzeiger nicht lesen können, hier der Originaltext des Leserbriefs:

 

Leserbrief

 

Da hat also wieder mal die "falsche" Partei (Linke) einen an sich sinnvollen und nachvollziehbaren Antrag gestellt (Schlüssel zum Ersatz gefällter alter Bäume gegen neue nicht mehr eins zu eins), und Politik im Verbund mit Stadtgrün schmettern ihn ab! Leider hat man in der Begründung nicht wahrheitsgemäß so etwas gesagt wie "Wir können nicht so viele Bäume nachpflanzen wie eigentlich notwendig wären", sondern - da schießt man über das Ziel hinaus - behauptet, junge Bäumchen seien bezüglich Klimaeffekt so viel wert wie ein alter Baum. Das ist natürlich kompletter Unsinn! Dazu ein Auszug aus "Der Wert der Bäume" von Volker Tiemeyer und Birgit ten Thoren (sehr empfehlenswert!):

 

"Die physikalisch-ökologischen Leistungen umfassen beispielsweise den Beitrag eines Baumes zur Klimabilanz, zur Sauerstoffproduktion, zur Speicherung von Kohlendioxid und Wasser. Hinzu kommt noch die Fähigkeit, mit dem fein verzweigten Wurzelsystem Erdreich festzuhalten und vor dem Ausschwemmen zu bewahren. Dies alles zeigt noch nicht die vielfältigen Bedeutungen eines Baumes als hochspezifischer Lebensraum. Bäume sind lebende Landschaftselemente, die einen großen Beitrag als Teilhabitat für unzählige Tierarten und hochspezialisierte Pflanzenarten darstellen. ... Funktionswert einer beispielsweise 100-jährigen freistehenden Buche ...: Um die Wirkung dieser ... Buche ad hoc zu ersetzen, müssten 5.400 junge Buchen mit einem Kronenvolumen von jeweils 0,5 Kubikmeter gepflanzt werden. Bei einem Preis zwischen 25 und 200 Euro je Jungbaum würden insgesamt zwischen 35.000 und über 1 Millionen Euro Kosten entstehen. Die Erhaltung eines alten Baumes ist also ... durchaus sinnvoll."

 

Wieso werden eigentlich, wie Ulrich Hammer von Stadtgrün sagt, jährlich 200 bis 300 Bäume in der Stadt gefällt? Was hatte z. B. der auf dem Foto erkennbar (gefällte) stattliche Baum in der Bayer-Kolonie? Werden jedes Jahr pünktlich so viele Bäume krank, oder muss man im Fachbereich einfach seiner Arbeit nachgehen? Was wäre, wenn es mal nichts zu fällen gäbe? Dass es bezüglich "Krankheit" und "Standsicherheit" öfters mal Fehleinschätzungen gibt, zeigen nur die Beispiele Schlossbuche und Pappeln am Dhünndeich; doch was "im Großen" schiefläuft (und auffällt), was passiert eigentlich "im Kleinen" mit all diesen No-Name-Bäumen? Wir brauchen einfach mehr Nachhaltigkeit und ökologisches Bewusstsein. "Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Heilige Verkehrssicherungspflicht in Ewigkeit. Amen." 

Martina Frimmersdorf