Müssen Bäume gefällt werden, weil sie der Nachbar nicht will ?  Entwarnung für alle ratlosen Baumbesitzer…

 

Was ist los in der Waldsiedlung ? Warum gibt es immer wieder Zank um Bäume, deren herrliche Kulisse letztlich einst den Namen Waldsiedlung begründet haben und diesen Ort zu einem beliebten Wohnquartier werden ließen?

Seitdem vor Jahren die Baumschutzsatzung der Stadt Leverkusen den Sparmaßnahmen des Kienbaum - Wirtschaftsgutachtens zufolge aufgehoben wurde, glauben Bürger(innen) allen Ernstes, sie könnten auch Nachbarsfamilien zwingen, ihre Bäume zu fällen, deren Kronen und Geäst über die Grundstücksgrenzen reichen und deren Laub  gerade jetzt im Herbst wieder reichlich anfällt !

Zwei aktuelle Fälle  wurden uns bekannt, in denen Nachbarn immer wieder bedroht, beschimpft und erheblich unter Druck gesetzt wurden und werden, ihre großen Laubbäume zu entfernen oder erheblich zu beschneiden, weil deren Früchte wie Kastanien , Eicheln oder Eckern  „DRECK“ erzeugen, den zu entfernen die Baumgegner sich weigern. Ich selbst verteidige seit Jahren meine Kiefer vor dem Haus gegen die Versuche, mir den „ häßlichen „ Baum zu vergällen! Es gibt keine häßlichen Bäume, aber zu viele Menschen, die die Schönheit und den unschätzbaren Wert der Bäume für uns alle offenbar nicht begreifen wollen.

Damit diese Repressalien endgültig aufhören und nicht weiter das Klima in unserer Siedlung vergiften, sei hier die Rechtslage für alle Familien die sich unter Druck gesetzt fühlen, dargestellt :

1. Gesunde Bäume, die seit mehr als sechs Jahren an Ort und Stelle  stehen,  haben Bestandsschutz, auch wenn sie sich nahe der Grundstücksgrenze  befinden

 

2. Neupflanzungen von Bäumen, müssen einen Abstand von vier Metern von der Nachbargrenze einhalten

 

3. Das Laub oder die Früchte der Bäume, die auf das benachbarte Grundstück oder auf die Gehwege fallen, müssen von allen Anliegern entfernt werden

 

Hierzu gibt es mehrere gleichlautende Gerichtsurteile. Ein Fall  landete schlußendlich sogar beim Bundesgerichtshof . Es ging um drei Birken, deren Entfernung ein Nachbar mit allen Mitteln durchsetzen wollte. In letzter Instanz entschied das BGH, daß die Bäume stehen bleiben müssen, und daß auch das Laub von den Nachbarn mit entsorgt werden müsse. Es handele sich bei der Klage „nicht um eine extreme Belastung“.

„Es reicht nicht, daß ein Baum besonders lästig ist“ hieß es im Urteil vom 22.9.2019.

Vor allem die Laubbelastung stellt eine“ übliche  Arbeit im Herbst dar und ist dem Grundstücksnachbarn zumutbar, vor allem in einer  Gegend, in der Bäume üblich sind „so  heißt es auch in vergleichbaren Urteilen des Landgerichts Saarbrücken (25.9.1978) oder des Landgerichts Nürnberg-Fürth vom23.5.2000.

Auch in Leverkusen gab es den Fall der alten Blutbuche am Hüscheider Weg, deren Erhalt der zuständige Richter nach einem Ortstermin entschieden hat, nachdem ein Nachbar auf Fällung geklagt hatte.

BvB

Man kann auch mit einem entsprechenden Umweltbewusstsein sehr friedlich mit solchen Situationen umgehen. Wir können nicht ständig über Klimawandel nur reden, wir müssen auch lernen, entsprechend zu handeln.

Und wie man in diesem Foto sieht, geht das auch in der Waldsiedlung, auch wenn es schon mal etwas mehr Arbeit macht.